„Das ist der beste Grund, sich mit der Geschichte zu befassen: nicht um die Zukunft vorherzusagen, sondern um sich von der Vergangenheit zu befreien und sich andere Ziele auszumalen.“

Yuval Noah Harari

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Wieso Ihr Elternhaus einen Rasen hat

Zu den meisten Häusern in Westeuropa gehört Rasen. Selbst Wohntürme sind in der Regel von einer kleinen Gartenfläche umgeben, Einfamilienhäuser ohnehin. In den Wohngebieten Deutschlands sprießt üppiges Grün.

Aber wieso eigentlich? Das Gras muss gestutzt werden, es duftet kaum und ist auch recht monoton auf Dauer. Und es bringt nichts ein. Auf den Rasenflächen der meisten Wohnhäuser könnte man locker ein weiteres Haus bauen, das man z.B. vermieten könnte. Dennoch mögen die meisten Besitzer ihren Rasen und würden nur ungern auf ihn verzichten. Sie verbinden etwas damit. Sie können aber häufig nicht sagen, was.

Gepflegte Rasenflächen sind erstmals in der frühen Neuzeit angelegt worden. In den Gärten der französischen Könige, rund um ihre Schlösser. Das Signal: Wir sind so reich, wir können riesige Flächen für nichts halten und haben genug Personal, das sich darum kümmert.

Diese Idee wurde vom Adel übernommen, der rund um seine Burgen und Palais nun auch Rasenflächen anlegt, zusammen mit Blumenrabatten als Fortsetzung der Räume im Schloss.

Und die Idee wanderte immer weiter hinab, vom Groß- bis zum Kleinbürgertum. Wer etwas Platz ums Haus hat, der legt einen kleinen Rasen an um zu zeigen: Seht her, auch ich bin reich genug, einen Teil meines Besitzes zu verschwenden.

Das Beispiel zeigt: In unserem Leben begegnen wir zahlreiches, was wir nicht infrage stellen. Wenn wir aber danach fragen, wo es herkommt, dann öffnet sich unser Denken: Vielleicht würde einem ein japanischer Steingarten besser gefallen? Oder eine wilde Blumenwiese. Oder vielleicht hat man soviel Rasen, da passt locker ein weiteres Haus hin.

Möchten Sie auch Ihr Denken öffnen?

 

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